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Grafikkarten im Rauch

An meinem Bastelrechner hatte die Grafikkarte den Geist aufgegeben, als ich pädagogisch elegant demonstrieren wollte, wie man eine Grafikkarte einsetzt. Auf gut deutsch, ich hatte die Karte mit etwas zu viel Gewalt reingepresst, obwohl sie noch nicht richtig eingerastet war. Auch der Hinweis: "So, jetzt weisst Du, wie man es nicht macht", konnte die Situation nicht retten.

Die Karte war unbrauchbar. Da der Rechner noch aus guten alten D-Mark Zeiten vor der Jahrtausendwende stammte, konnte er mit aktuellen PCI-Express oder AGP Karten nichts anfangen. Es musste also eine PCI-Karte her.

Da traf es sich gut, dass mal wieder die Combaer stattfand, eine Art riesiger Flohmarkt für alles, was mit Computern auch nur im enferntesten zu tun hatte. Standesgemaß findet die Combär (oder auch Berliner Computertage genannt) seit geraumer Zeit im Berliner Stadtbezirk Wedding statt, einem Mekka der Flohmärkte und A&V-Läden.

Gleich beim Eintritt in die Fabrikhalle umschmeichelte mich sanfter, penetranter. kalter Zigrattenrauch. Eine Raucherinsel war hier nicht von Nöten, eher eine für Nichtraucher. Aber ich wollte ja auch keine Lebensmittel kaufen. Kaum einer der fliegenden Händler kam ohne obligatorischen Zigarettenstummel aus. Auch am Imbissstand (also doch Lebensmittel) trohnte auf jeder Bank en übervoller Aschenbecher. Gut, dass ich vorher ausreichend gefrühstückt hatte.

Nach einer ersten globalen Stadionrunde hatte ich einen ersten Eindruck gewonnen, welche Stände für mich interessant sein könnten Da ich aus früheren Combär-Besuchen gelernt hatte, hatte ich mich vorher über die handelsüblichen Preise von gebrauchten Grafikkarten informiert und mein Budget entsprechend niedrig angesetzt. Es ist schon faszinierend, welchen Floh einem manche Verkäufer ins Ohr setzen wollen, wenn sie versuchen zu erklären, warum ihre Ware teurer ist als im normalen Laden. Daher wohl auch der Begriff "Flohmarkt". Ja dieser Satz ist wieder ein Gruß in Richtung Kalau.

An einem der favorisierten Stände entdeckte ich schließlich eine Kramkiste mit der Aufschrift "Alles 2 Euro, alles ok". Nach einem kurzen Blick in die Kiste entdeckte ich auch PCI-Grafikkarten. Siehe da, genau das, was ich gesucht hatte. Aus der Bezeichnung der Karte ging leider nicht die Größe des Speichers hervor. Also versuchte ich ein kurzes Fachgespräch mit dem Verkäufer zu führen, um diese Information zu erhalten. Das hätte ich mir auch sparen können. Nachdem ich erstmal erklärt hatte, dass er eine Grafikkarte vor sich hat, konnte er auch nur die Schulter zucken. Na schön, wenigstens die Jahreszahl auf der Karte entsprach dem Baujahr meines Rechners, also konnte ich nicht viel falsch machen. Und für zwei Euro riskiert man schonmal so einen Kauf.

Zu Hause angekommen probierte ich die Karte gleich aus. Sie war in Ordnung und hatte auch genug Speicher (64 MB). Mein Ausflug in den Weddiing hatte sich also gelohnt.

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